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Feuchtigkeit

Urea

Urea (Harnstoff) ist ein körpereigener Feuchtigkeitsfaktor mit doppelter Wirkung: In niedriger Konzentration spendet er Feuchtigkeit, in höherer löst er Verhornungen. Der Klassiker für sehr trockene Haut.

Kurzinfo

INCI
Urea
Kategorie
Feuchtigkeit
Wirkung
Tiefenwirksame Feuchtigkeit & Keratolyse
Geeignet für
trocken, normal, reif

Was ist Urea?

Urea (Harnstoff) ist ein natürlicher Bestandteil des hauteigenen Feuchtigkeitsfaktors (NMF). Er macht etwa 7% des NMF aus und ist essenziell für die Wasserbindung in der Hornschicht. Bei trockener Haut und Hauterkrankungen wie Neurodermitis ist der Urea-Gehalt oft reduziert.

Doppelte Wirkung

  • Niedrige Konzentration (≤10%): Feuchtigkeitsspendend, wasserbindend
  • Höhere Konzentration (>10%): Keratolytisch, löst Verhornungen

Wirkmechanismen

1. Feuchtigkeitsbindung

  • Hygroskopisch: Zieht Wasser aus der Umgebung an
  • Hält Wasser in der Hornschicht
  • Macht die Haut geschmeidiger

2. Keratolyse (ab 10%)

  • Löst Wasserstoffbrücken zwischen Korneozyten
  • Entfernt abgestorbene Hautzellen
  • Verbessert Penetration anderer Wirkstoffe

3. Antimikrobielle Wirkung (ab 20%)

  • Hemmt Bakterien und Pilze
  • Nützlich bei Fußpilz und Hornhaut

Konzentrations-Guide

  • 3-5%: Tägliche Feuchtigkeitspflege (Gesicht)
  • 5-10%: Trockene bis sehr trockene Haut (Gesicht + Körper)
  • 10-15%: Sehr trockene Körperpartien
  • 20-40%: Hornhaut, Schrunden, Hyperkeratosen (nur Körper)

Anwendung in der Kabine

Bei trockener, schuppiger Haut

  1. Sanfte Reinigung
  2. Optional: Enzympeeling
  3. Urea-Serum (5-10%) einarbeiten
  4. Feuchtigkeitsmaske mit Hyaluronsäure
  5. Urea-Creme als Abschluss

Körperbehandlung bei Verhornungen

  1. Reinigendes Fußbad
  2. Hornhautentfernung mechanisch
  3. Urea-Creme 20-30% auftragen
  4. Einwirken lassen (Folie oder Söckchen)
  5. Optional: Nachbehandlung mit niedrigerer Konzentration
Profi-Tipp: Urea erhöht die Penetration anderer Wirkstoffe. Eine Urea-haltige Pflege vor anderen Seren kann deren Wirkung verstärken – nutze das für Treatments!

Sicherheit und Aufklärung im Studio

Wann Zurückhaltung geboten ist

  • Auf rissiger, entzündeter oder offener Haut brennt Urea deutlich. Erst die Barriere stabilisieren, dann keratolytisch arbeiten.
  • Im Gesicht deutlich niedriger dosieren als an Füßen oder Ellenbogen.
  • Bei Neurodermitis in akuten Schüben zurückhaltend einsetzen und ärztliche Behandlung nicht ersetzen.

Was du deiner Kundin erklären solltest

Bei Urea entscheidet die Konzentration über die Wirkrichtung, und das versteht kaum eine Kundin von allein. Niedrig dosiert bindet sie Feuchtigkeit und gehört zum natürlichen Feuchthaltefaktor der Haut. Hoch dosiert löst sie Hornmaterial ab und wird zum keratolytischen Wirkstoff für Hornhaut und stark verdickte Areale. Wer eine Fußcreme im Gesicht anwendet, wundert sich zu Recht über Brennen.

Wirkungen auf die Haut

  • Körpereigener Feuchtigkeitsfaktor (NMF)
  • Bindet Wasser in der Hornschicht
  • Keratolytisch (hornhautlösend)
  • Verbessert Aufnahme anderer Wirkstoffe
  • Antimikrobiell bei höherer Konzentration
  • Sehr gut verträglich

Kombination mit anderen Wirkstoffen

Häufige Fragen

Welche Urea-Konzentration für welchen Zweck?
3-5% für normale Feuchtigkeit, 10% für trockene Haut, 20-40% für Verhornungen und Hornhaut. Auf der Gesichtshaut maximal 10% verwenden.
Kann Urea auf dem Gesicht brennen?
Bei geschädigter Hautbarriere oder sehr hoher Konzentration (>10%) kann es kribbeln oder brennen. Das ist ein Zeichen, niedrigere Konzentration zu verwenden.
Ist Urea wirklich aus Urin?
Nein, kosmetische Urea wird synthetisch hergestellt. Der Name kommt daher, dass Harnstoff zuerst im Urin entdeckt wurde – aber für Kosmetik wird er im Labor produziert.

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